Polizei hat Raser, Poser und Elterntaxis im Visier

In den vergangenen Tagen hat die Polizei im Lahn-Dill-Kreis verstärkt Verkehrskontrollen vorgenommen – mit enormer Ausbeute. Ein Raser war mit 200 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Lahn-Dill-Kreis. Raser, Poser, ElterntaxisBei der Aktion „Schule beginnt“ hat der Regionale Verkehrsdienst Lahn-Dill mit Schülern der Philipp-Schubert-Grundschule zum Schuljahresbeginn mittels Lasermessgerät die Geschwindigkeit des Straßenverkehrs im Bereich der Schule überwacht. „Blitz für Kids“ hieß das Ganze, teilt das Polizeipräsidium Mittelhessen mit.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung beträgt dort 30 Kilometer pro Stunde. Die Fahrer wurden zunächst angehalten und bekamen von den Kindern entsprechend ihrer Geschwindigkeit eine grüne oder gelbe Karte überreicht. Die grüne Karte bedeutete: „Sie haben sich korrekt verhalten und die Geschwindigkeit eingehalten.“ Gelbe Karte: „Sie sind zu schnell gefahren, bitte beim nächsten Mal langsamer fahren.“

Acht der 35 angehaltenen Fahrer bekamen eine gelbe Karte ausgehändigt. Zudem wurde auch das Parken und Halten rund um die Schule überprüft – Stichwort „Elterntaxi“. Hier wurden zwei Verstöße festgestellt. Alle angehaltenen Personen reagierten sehr positiv auf die Kontrollaktion und zeigten großes Verständnis, so das Polizeipräsidium weiter.
Auch in Herborn schaute der Regionale Verkehrsdienst Lahn-Dill gemeinsam mit der Stadtpolizei Herborn genau hin: Die Einsatzkräfte waren dabei den ganzen Tag über unter anderem an der „Juno-Kreuzung“ (Kreuzung B277/B255), am Kreisverkehr Herborn-Burg, in der Straße „Am Hintersand“ und in der „Westerwaldstraße“ eingesetzt. In den frühen Morgenstunden missachteten sieben Personen das Rotlicht der Ampel an der Juno-Kreuzung, teilt die Polizei mit. Im weiteren Tagesverlauf wurde bei 42 Verkehrsteilnehmern der nicht angelegte Gurt geahndet. Sechs Fahrzeugführer bedienten ihr Mobiltelefon während der Fahrt und dreimal waren auch Kinder nicht angeschnallt. Ein Lkw-Fahrer hatte zudem sieben Tonnen mehr Holz geladen als zulässig. Hier gab’s eine Strafe in Höhe von rund 1500 Euro für die Halterfirma. Den Fahrer erwartet ein Bußgeld in Höhe von 140 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Bei einer gezielten Verkehrskontrolle gegen Raser, Poser und Tuner haben Polizeikräfte am Wochenende zahlreiche Verstöße festgestellt. Auf der B277 zwischen Dillenburg und Herborn fiel einer Zivilstreife ein Autofahrer auf, der deutlich zu schnell unterwegs war, und zwar mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Gegen den Fahrer wird nun wegen des Verdachts eines verbotenen Autorennens ermittelt. Besonders laut wurde es bei einem Audi RS 3, der gegen 00.45 Uhr am Dillenburger Tunnel auffiel. Bei der Kontrolle fanden die Einsatzkräfte eine Fernbedienung, mit der sich die Klappen der Abgasanlage öffnen ließen. Bei geöffneter Klappe erreichte der Audi bei der Geräuschmessung gut 114 Dezibel. Zum Vergleich: Ein startender Düsenjet liegt bei etwa 120 Dezibel. Der Audi wurde sichergestellt, so die Polizei.
Steuergerät umgebaut
Auch bei einem Kleinkraftrad in Bicken stellten die Beamten eine Manipulation fest. Der Fahrer hatte das Steuergerät so verändert, dass die eingebaute Drosselung nicht mehr wirkte. Das Fahrzeug erreichte bei der Messung 72 Kilometer pro Stunde statt der erlaubten 45. Insgesamt kontrollierten die Beamten zwischen 19 und 3 Uhr 26 Fahrzeuge. Dabei stellten sie unter anderem mehrere erloschene Betriebserlaubnisse, Verstöße gegen die Versicherungspflicht und weitere technische Veränderungen an Fahrzeugen fest, teilt das Polizeipräsidium abschließend mit.
Source: original · archived on viral-news.eu